Davos des Ostens – Erstes Ostdeutsches Wirtschaftsforum

19. Dezember 2016

„Wirtschaft. Wachstum. Zukunft“ unter diesen drei Schlagbegriffen fand Ende Oktober das erste Ostdeutsche Wirtschaftsforum in Bad Saarow statt.

Ziel ist es, einen jährlichen Kongress, analog zum Weltwirtschaftsforum in Davos, zu etablieren.

Als Denkfabrik sollen hier Zukunftschancen diskutiert und neue Impulse gesetzt werden.

Rund 120 hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien waren bei der Auftaktveranstaltung. Darunter Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und Florian Philip.

Zentrale Fragen dieses Gipfels zur strategischen Wirtschaftsentwicklung im Osten Deutschlands waren:

  • Wird der Angleichungsprozess an die alten Länder je gelingen?
  • Wird Ostdeutschland auf Dauer nur eine verlängerte Werkbank sein?
  • Wie viel Potenzial steckt im eher kleinteiligen ostdeutschen Mittelstand – wird er auf Dauer nur Nischen besetzen oder ist er Schmelztiegel für künftige Großkonzerne?
  • Kann der Osten im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte angesichts niedrigerer Produktivität und daraus resultierenden niedrigeren Einkommen überhaupt mithalten?

Der Angleichungsprozess ist in den letzten 15 Jahren ins Stocken geraten.

Nach anfänglicher Aufholjagd beim Wirtschaftswachstum wächst die Wirtschaft im Osten Deutschlands weniger stark als im Westen. Sachsen-Anhalt ist hiervon besonders betroffen.

Dadurch vergrößert sich die Schere. Hauptgründe sind zum einem der demografische Wandel. Zum anderen beträgt die Investitionsquote in Forschung aktuell nur ein Prozent des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) in Ostdeutschland.

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Joachim Ragnitz, Leiter der Dresdner Niederlassung des IFO-Institutes, konstatiert einen fehlenden Wachstumswillen vieler Unternehmen.

Mit intensiver Forschung kann der Umbau zur digitalen Wirtschaft gelingen.

Der Leiter des renommierten Hasso-Plattner-Instituts Christoph Meinel bemerkte dazu: „Wir können mit Transformationen umgehen.“

Die Neuen Bundesländer haben durch den Transformierungsprozess von der Plan- zur Marktwirtschaft Erfahrungen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff fordert Steuererleichterungen für Innovationen, um die nötigen und richtigen Anreize zu setzen.

„Das war ein sehr intensiver und konstruktiver Austausch“, so Florian Philipp und hofft weiterhin auf viele und neue Denkanstöße für die Wirtschaft.
Foto: Staatskanzlei Sachsen-Anhalt

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